Offizieller Wortlaut des Gemeindekirchenrats zur Gebäudesituation |
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Der Gemeindekirchenrat bemüht sich seit über sieben Jahren, eine befriedigende Lösung für die defizitäre Finanzsituation der Gemeinde zu finden, die heute vor allem durch die vielen alten und z.T. unter Denkmalschutz stehenden Gebäude verursacht wird. Einsparungen konnten bisher vor allem durch wegfallende Stellen im Gemeindebereich, die nicht wieder besetzt wurden, umgesetzt werden (Reduzierung der Pfarrstellen, im diakonisch-sozialpädagogischen-, im kirchenmusikalischen Bereich, im Gemeindebüro und im Bereich der hausmeisterlichen Tätigkeiten). Auch ist es gelungen, durch Fundraising-Projekte und gezielte Kooperationen Mittel einzuwerben.
Der Beschluss, sich von dem Grundstück Albrechtstraße zu trennen, wurde bereits im November 2007 vom damaligen Gemeindekirchenrat getroffen, denn die vorliegenden Fakten (Auflage des Kirchenkreises von 2004, sich von 50% der Immobilien zu trennen, Denkmalschutz für das Gemeindehaus und beide Kirchen, zwei Flurstücke) ließen keine andere Möglichkeit zu.
Dennoch versuchte der GKR, Möglichkeiten zu finden, um die dortigen Arbeitsbereiche zu erhalten. Ein Interessensbekundungsverfahren wurde eingeleitet. Es gab den Beschluss, das Grundstück nur dann zu verkaufen, wenn eine konfessionelle - möglichst evangelische - Kita darauf gebaut werden könnte. Es sollten Ausweichmöglichkeiten für das Café Albrecht gefunden werden. Eine intensive dreijährige Arbeit begann, die jederzeit transparent in die Gemeinde-Öffentlichkeit (z.B. monatliche Berichte über die GKR-Sitzungen im Gemeindebrief, im Info-Blatt der HWS, auf Gemeindeversammlungen etc.) getragen wurde. Mitarbeitende, GBR, GJR und auch Kita-Eltern konnten sich daran beteiligen und haben dies auch getan. Bewusst nahm der GKR dabei in Kauf, dass seit mehreren Jahren ein jährliches Defizit von ca. 80.000 € für den Betrieb aller Gebäude aus den Rücklagen der Gemeinde, dem so genannten „Opfergroschen“, entnommen wurde. Diese Rücklage steht nicht mehr zur Verfügung, da sie so stark abgeschmolzen ist, dass nun Handeln von Nöten ist.
Im Juni 2011 scheiterten auch die Möglichkeiten, das Grundstück mit der Auflage eines KitaNeubaus zu verkaufen. Bemühungen, einen Träger für die Kita zu finden, scheiterten an den wirtschaftlichen Gegebenheiten: „Eine Kindertagesstätte ist bei den Kostensätzen, die der Senat pro Kind zahlt, nur defizitär zu bewirtschaften, es sei denn, die bestehenden Tarifverträge werden gekündigt und die bauliche Unterhaltung wird gänzlich vom Träger übernommen“, so lautete die Auskunft des von uns angesprochenen Trägers, der die Kita übernehmen wollte. Das von ihm errechnete Defizit bei den Kitabetriebskosten betrug ca. 76.000 € jährlich. Diese Situation hält auch der Gemeindekirchenrat für ein Politikum, das jedoch nicht von ihm gelöst werden kann.
Konfrontiert mit diesen Fakten, hat der Gemeindekirchenrat in seiner Sitzung am 16.09.2011 beschlossen, nunmehr das Grundstück in der Albrechtstraße ohne die Auflage eines Kita-Neubaus zur Veräußerung anzubieten. Ein der Gemeinde vom Kirchenkreis mitfinanzierter Projektentwickler soll nun Möglichkeiten erarbeiten, alle Arbeitszweige der Gemeinde in den Gebäuden Kaiserin-Augusta-Str. 22/23 sowie Friedrich-Franz-Str. 9-11 unterzubringen und dabei energetische, behindertengerechte und denkmalschutztechnische Auflagen zu bedenken sowie die wirtschaftliche Dimension darzulegen.
Dabei hat er folgende Zielvorgabe:
Vorrangig sind alle vorhandenen Arbeitsbereiche (Kinder/Jugendliche/Familienbildung) optimal unterzubringen – erst dann ist zu betrachten, ob eine Kita noch Platz hat. Die Projektentwicklung soll nach heutigem Stand möglichst im März 2012 abgeschlossen werden.
Folgende Aussagen können im Moment getroffen werden:
- Es gibt Verkaufsverhandlungen für das Grundstück Albrechtstraße 105/106.
- Es wird bis auf weiteres keine Neuaufnahmen in der Kindertagestätte geben. Eine Sonderregelung für Geschwisterkinder wird auf Nachfrage im Einzelfall geklärt werden.
- Die befristeten Arbeitsverträge werden nicht automatisch verlängert.
- Die Mitarbeitenden, die Eltern und die Gemeindeöffentlichkeit werden wie bisher auch über die entsprechenden Gremien zeitnah informiert.
- Für die Mitarbeitenden soll die Möglichkeit begleitender Gespräche geschaffen werden.
- Der Gemeindejugendrat erarbeitet ein Konzept der regionalen Zusammenarbeit in der Nordregion (Paulusgemeinde und Alt-Tempelhof). Ein Schwerpunkt der Arbeit wird die Kaiserin-Augusta-Str. 22 sein, in der die bisherige konzeptionelle Arbeit des „Café Albrecht“ erhalten bleibt. Ungeklärt ist nach wie vor der Schwerpunkt „Bandarbeit“.
Der Gemeindekirchenrat
20.10.2011
